2051: Der Freiraum

Samstag: Freiraum für eine mobile Marktküche


Eine mobile Marktküche dient als temporäres Forschungslabor für urbane Freiräume. Das gemeinsame Ernten, Zubereiten, Kochen und Essen von vegetarischer Kost schafft einen Umschlagplatz für Geschichten, Erzählungen und Lebensentwürfe einer diversifizierten Gesellschaft mit heterogenen Glaubenspraktiken und Weltanschauungen. Laut dem Wiener Integrations- und Diversitätsmonitor haben 49 % der WienerInnen einen Migrationshintergrund. Die Marktküche bietet einen Rahmen, in dem Herkunft, Status, Bildung und Sprache in den Hintergrund treten und das gemeinsame Handeln, flüchtige Gespräche sowie ausführliche Debatten im Vordergrund stehen. Hinter dem ungezwungenen gemeinsamen Kochen steht die Frage einer zukünftigen Ernährungssouveränität als Alternative zur globalisierten Nahrungsmittelproduktion.

Das Projekt „Samstag in der Stadt“ am Schwendermarkt im 15. Wiener Bezirk zeigt seit Jahren, wie eine Nachbarschaft ihren Anspruch auf Stadt thematisiert. Aus einer großen kahlen Fläche entstand ein öffentlicher Raum, wo Pflanzen wachsen und gekocht wird, Konzerte gespielt und Feste gefeiert werden. Diese Erfahrung bringt das Team von „Samstag“ im Rahmen der VIENNA BIENNALE nun an andere Orte in der Stadt, um neue Erfahrungen zu sammeln und neue Freiräume mithilfe lokaler Nachbarschaften zu transformieren. Unterstützt werden sie durch fasch&fuchs.architekten, welche die Gestaltung der Marktküche übernommen haben.



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